Samstag, 15. September 2012

Heute ist wieder eine dieser Nächte in denen ich schlafen sollte, es aber einfach nicht schaffe.
Zuviele Dinge die in meinem Kopf herumschwirren und sich nicht vertreiben lassen.
Eine ganze Weile lag ich in meinem Stockdunklen Zimmer und habe versucht zu schlafen. Das Fenster ist leicht geöffnet und eine kalte Briese kommt immer wieder Stoßweise in den Raum und lässt mich leicht zittern. Aufsetzen, Fenster schliessen, wieder hinlegen, Augen zu.

Du bist fett, du bist undiszipliniert, du hast heute eine ganze Rolle Pringles gegessen!
Es waren Scharfe! Gut für den Stoffwechsel
Eine noch schlechtere Ausrede fällt dir nicht ein? 511kcal pro 100g, 190g sind in einer Rolle. Und du wunderst dich warum du immer fetter und fetter wirst?
Was gab es heute noch? Einen Becher Kakao, 2 Stücke Marmorkuchen, ein dickes Mettbrötchen... Wo war das Obst und Gemüse? Bisher hast du davon gefressen. Immerhin war das gesund!
Ist es etwa das was du willst?
Bald mit 100kg und mehr durch die Gegend rollen? Weit bist du ja nicht mehr von entfernt.

Tränen, Gefühle des Versagens. Aufsetzen, heulen, eine Zigarette zur Beruhigung rauchen. Die Decke um meinen wabbeligen Körper wickeln, zum Rechner schlurfen, ihn hochfahren, setzen, Post schreiben.
Meine innere Stimme hat so verdammt Recht. Denn ich bin wirklich nicht mehr weit von den 100kg entfernt. Nicht ganz 20kg trennen mich noch von dieser ekelhaft adipösen Zahl. Aber auch die über 80 sind schon fett und dick genug. Ich weiß mein genaues Gewicht nicht. Habe seit Monaten Angst auf die Waage zu steigen und wieder heulend zusammenzubrechen.
Ich habe mich zu sehr gehen lassen, gefressen und gefressen weil es in meinem Leben fast das Einzige ist worauf ich mich noch freuen kann. Essen ist mein einziger Genuss den ich mir gönnen kann.
Aber ich will das nicht, ich will das nicht mehr.
Es ist nur so schwer aufzuhören.

 Ich schaffe es einfach nicht, etwas richtig zu machen. Mich selbst oder andere zufriedenstellen. Das ich andere nicht zufriedenstelle bin ich ja gewohnt, aber mich selbst?
Das war doch früher nicht so. Aber das ist schon so viele Jahre her...
Wie soll ich nur die Disziplin erlangen endlich wieder Normalgewichtig zu werden? Wieder in Größe S-M zu passen? XL ist ja schon knapp. Früher wog ich mal, im Vergleich zu heute schlanke 59kg
Ich ekel mich vor mir selber. Aber daran bin ich selbst Schuld. Für meine Fresserei kann ich niemandem die Schuld in die Schuhe schieben, selbst wenn ich wollte. Wir hatten immer gesundes zu Hause. Ich hatte damals immer die Möglichkeit Sport zu machen und weniger zu essen. Stattdessen gammel ich seit über 3 Jahren mit Chipstüte, Schokolade und fettem Essen vor dem PC herum.
Weil ich es einfach nicht mehr anders konnte...

Ich will es endlich wieder schaffen. Ich weiß das ich es kann. Dieser Blog ist ein Versprechen an mich selbst.
Ich werde ihn öffnen und IMMER an mein Ziel erinnert werden.
Ich werde mich nun nicht mehr drücken können, auch wenn ich unglaubliche Angst vor dem Rückschlag habe, sobald ich es in Angriff nehme.
Aber ich darf mir keinen Druck machen, was? Nicht zu viel am Anfang erwarten, sondern langsam beginnen. Obst und Gemüse. Rohkost? Sanftes Ausdauer und Krafttraining.
Ich muss mich nur aufraffen, stimmts?


Für Jemanden der es aber gewohnt ist immer wieder und wieder zu fallen oder sogar nach unten in den staubigen Grund gedrückt zu werden, ist das noch viel schwerer, als es so schon ist.
Für Jemanden der seine seltsamen Probleme und wirren Komplexe schon selbst nicht mehr versteht noch mehr.
Oder sind das nur Ausreden?



Abnehmen bedeutet Kraft und Disziplin. Etwas das ich seit langer Zeit nicht mehr finden kann.

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